Bedeutung gewachsen

- Das Visitationsteam der Altenheimseelsorge im Dortmunder Süden. Foto: Stephan Schütze
Altenheimseelsorge im Dortmunder Süden
16 Altenpflegeeinrichtungen gibt es im Dortmunder Süden: die meisten davon hat der evangelische Kirchenkreis Dortmund Süd besucht. Genauer: er hat sich seit Februar über die Arbeit der dortigen Altenheimseelsorger informiert. „Visitation“ heißt das in der Kirchensprache. Es ist eine speziell in der evangelischen Kirche entwickelte Möglichkeit, unter Beteiligung Haupt- und Ehrenamtlicher ein Arbeitsgebiet unter die Lupe zu nehmen. Das Abschlusstreffen fand am Mittwoch, 30. Juni 2010 im Baroper Gemeindehaus statt.
In den unterschiedlichen Einrichtungen der Altenpflege - vom Wohnstift Augustinum über das Caritas Altenzentrum St. Ewaldi bis hin zum Evangelischen Altenzentrum Fritz-Heuner-Heim oder auch der LWL-Klinik in Aplerbeck - arbeiten zwölf evangelische Theologinnen und Theologen in der Seelsorge. Denn Gesundheit bedeutet im umfassenden Sinn Gesundheit sowohl an Leib als auch an Seele. Gerade alte Menschen brauchen, sofern gewünscht, die Einbindung in die christliche Gemeinschaft und eine Begleitung je nach ihren seelsorgerlichen Bedürfnissen. Und, so stellte der Abschlussbericht der Visitation fest, die Bedeutung dieser Arbeit ist „erheblich gewachsen.“ Die alten Menschen warten auf jemanden, „der ihnen zuhört“ und ihnen „Zuspruch und Trost“ gibt. Klaus Wortmann, Superintendent des Kirchenkreises Süd, sieht hierin die „größte Herausforderung“ für die Altenheimseelsorge. Er betont: „Eine besondere Bedeutung kommt dabei der Seelsorge an Demenzkranken zu.“
Das Visitationsteam konnte ein differenziertes Angebot an Gottesdiensten feststellen, die Möglichkeit zu geistlichen Gesprächen, auch zum Austausch über biblische Texte, die gern und intensiv wahrgenommen wurden. Es regt an, dass einzelne Gemeindekreise Patenschaften für Altenheime übernehmen und dass Ehrenamtliche auch im Seelsorgebereich sich stärker engagieren.
Die evangelische Kirche investiert jährlich eine viertel Million Euro alleine an Personalkosten für die Altenheimseelsorge. „Diese Kosten“, so Wortmann angesichts zurückgehender Kirchensteuereinnahmen, „sind mittel- und langfristig nicht mehr alleine von der Kirche zu tragen. Allerdings wird immer mehr Trägern auch deutlich, wie wichtig im System Altenheim die Seelsorge ist, ja dass sie ein Qualitätsmerkmal für das Haus darstellt und dementsprechend wächst die Bereitschaft, sich finanziell an den Kosten zu beteiligen.“
Kreissynode Dortmund-West tagte

- Die Synode des Kirchenkreises Dortmund-West tagte in Bövinghausen. Foto: Stephan Schütze
Bildung und Schwerpunktpfarrstellen waren Thema
Mit den Rahmenbedingungen der Schwerpunktpfarrstellen und dem Thema Bildung befasste sich die Synode des Evangelischen Kirchenkreises Dortmund-West Ende Juni 2010, im Gemeindehaus in Bövinghausen.
Diskutiert wurde das Miteinander von Gemeindepfarrstellen und Schwerpunktpfarrstellen. Schwerpunktpfarrstellen sind durch eine besondere Arbeit für eine bestimmte Zielgruppe gekennzeichnet, zum Beispiel die Begleitung von Trauernden oder besondere Angebote für die Generation 30+. Die klassisch-pastorale Arbeit einer Gemeindepfarrstelle ist zuständig für die bekannte Arbeit in einem Seelsorgebezirk. Die Gemeinden können die Inhalte der Schwerpunktarbeit frei bestimmen, der Kreissynodalvorstand (KSV) achtet auf die Einhaltung der in der Synode vereinbarten Rahmenbedingungen.
Über Kirche und Bildung anlässlich des 450-jährigen Todestages von Philipp Melanchthon referierte der Leiter des Pädagogischen Instituts der Evangelischen Landeskirche von Westfalen Dr. Hans-Martin Lübking. „Bildung ist nicht nur die Schlüsselfrage für die Zukunft einer Gesellschaft, sie muss auch das Zukunftsparadigma für die Evangelische Kirche sein“, forderte der Theologe. Wenn Kirche etwas für ihren Bestand tun will müsse die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen eine besondere Priorität haben“, so Lübking. Umfragen zeigten, dass Menschen, die in ihrer Jugend religiöse Erziehung erfahren haben, an religiösen Erfahrungen der eigenen Kinder interessiert sind. Kirche bietet Bildung in den unterschiedlichsten Bereichen, so zum Beispiel im Kindergarten und in der Konfirmandenarbeit, an. Der Religionsunterricht ist ein weiteres Angebot der religiösen Bildung. Daneben bietet Kirche Bildung in den Kirchengemeinden und in der Erwachsenenbildung an. Bildung muss nach evangelischem Verständnis „Bildung für alle“ sein und Bildung muss mehr sein als Lernen und Wissen, erklärte Lübking.
Im Vorfeld des für den 4. September angekündigten Naziaufmarsches in Dortmund wird das Konfirmandenprojekt gegen Rechtsradikalismus wiederholt, berichtete Superintendent Michael Stache. Am 2. September sind die Konfirmanden von Oberbürgermeister Ullrich Sierau in das Theaterstück „türkisch gold“ des Kinder- und Jugendtheaters eingeladen. Stache rief in seinem Bericht zur Teilnahme an den Aktionen gegen die Neonazis am 4. September auf.
Der Kirchenkreis West unterstützt die Einrichtung der Jugendkirche in der Jakobuskirche in Wambel. Die Synode beschloss für die Arbeit der Jugendkirche 10.000 Euro bereit zu stellen.
4000 Euro als Soforthilfe für die Cadelu-Kirche im Kongo stellt der Kirchenkreis zur Verfügung. Der Ökumenereferent der Evangelischen Kirche in Dortmund und Lünen, Gerd Plobner, berichtete über die Situation nach den Rebellenangriffen im Frühjahr: „Tausende Menschen sind in andere Gebiete geflüchtet wo sie um Hilfe baten. Deshalb benötigt die Cadelu-Kirche das Geld für medizinische Hilfe, Ernährung und Kleidung, der Menschen, die vor den Rebellen geflüchtet sind“.
In den Kreissynodalvorstand (KSV) sind Pfarrerin Bettina Wirsching aus der Christus-Gemeinde als Stellvertreterin des Superintendenten (Synodalassessorin) und Pfarrer Thomas Weckener aus der Elias-Gemeinde als Schriftführer (Sriba) gewählt worden, sowie Christel Glass ist als 2. Synodalälteste.
Zukunft der Kirche

- Die Kreissynode Lünen tagte im Gemeindehaus Wethmar.
Foto: Samuel Funso Ogunnibi
Evangelische Kreissynode Lünen tagte
Kleiner und älter – mit diesen beiden Adjektiven beschrieb Superintendent Winfried Moselewski am Montag, 21. Juni 2010, vor der Synode des evangelischen Kirchenkreises Lünen im Gemeindehaus Wethmar die Zukunft der evangelischen Gemeinden. Aktuell haben die fünf Gemeinden in Lünen und Selm knapp über 37.000 Mitglieder. Vor zwei Jahren waren es noch 750 mehr; stimmt die Prognose für 2018, dann sollen es zu diesem Zeitpunkt nur noch etwas mehr als 34.000 sein.
Die Gemeinden des Kirchenkreises müssten noch näher zusammenrücken und miteinander auch neue Kooperationsformen entwickeln. Übergemeindliche Angebote könnten so auch die Menschen erreichen, die von den einzelnen Gemeinden nur schwer ansprechbar sind. In der Region Lünen und Selm seien bereits gute Ansätze und Projekte vorhanden. In Arbeitsgruppen entwickelten die Synodalen während der Synode weitere Ideen, u. a. im Blick auf Diakonie, Jugendarbeit und Kirchenmusik, um die vorhandenen Ressourcen gemeinsam besser zu nutzen.
Denn „sinkende Gemeindegliederzahlen“, so Moselewski, „bedeuten sinkende Kirchensteuerzuweisungen.“ Zwar konnten die Haushalte aller Gemeinden des Kirchenkreises in den letzten Jahren konsolidiert werden und im letzten Jahr sogar durchweg einen positiven Jahresabschluss vermelden, doch sei „eine strategische Finanzplanung auf allen Ebenen notwendig.“ Moselewski legt den Gemeinden die Empfehlung des Kreissynodalvorstandes ans Herz, Überschüsse nicht in den laufenden Haushalt sondern in Rücklagen fließen zu lassen. Außerdem sollten die Gemeinden ausreichende Bauunterhaltungsrückstellungen für die Gebäude bilden, die langfristig erhalten werden sollen. Insbesondere für die vier denkmalgeschützten Kirchen der Region sei das Instrument der Stiftung verstärkt zu nutzen und zu profilieren.
Gespart haben die Gemeinden bereits an Pfarrstellen. In den letzten Jahren sind in Lünen drei Gemeindepfarrstellen aufgehoben worden. Die Folgen: „Die Pfarrerinnen und Pfarrer können nicht mehr alle Aufgaben leisten, die ihnen in den letzten Jahrzehnten der Personalfülle zugewachsen sind“, so Moselewski. Mit Blick auf Laienprediger und auch Ehrenamtliche sieht er diese Entwicklung nicht nur negativ: „Wenn wir denn wirklich der Meinung sind, dass nach evangelischem Verständnis Kirche nicht nur Sache der Pastorinnen und Pastoren ist, sondern von den Gemeindegliedern getragen wird, dann liegt in der sich abzeichnenden Situation auch eine Chance.“ Er ermutigte die Presbyterien, geeignete Frauen und Männer für den Dienst an Wort und Sakrament ausbilden zu lassen und zu beauftragen. Eine Presbyterin stimmte zu: „Wir Ehrenamtlichen sind uns schon darüber bewusst, dass mehr Arbeit auf uns zu kommt.“ Für Pfarrer Ulrich Klink ist es „der entscheidende Punkt“, die kirchlichen Standorte auch in der Fläche zu erhalten.
Moselewski betonte erneut den Willen des Lüner Kirchenkreises, sich mit den drei Dortmunder Kirchenkreisen zu einem großen Kirchenkreis zusammenzuschließen. Die Hürden dafür seien seiner Meinung nach „nicht unüberwindlich“. Der Verband beabsichtige, die Stadtkirchenarbeit sowohl in Dortmund als auch in Lünen als gemeinsame Aufgabe zu finanzieren. Auch die Jugendkontaktstellen sollen auf Verbandsebene angesiedelt werden. Bereits jetzt zeige die einheitliche Trägerschaft der Kindertageseinrichtungen, dass der Verband eine „gute Steuerungsmöglichkeit“ sei.
Der Kirchenkreis unterstützt das im April eröffnete Car-Sharing Projekt. Zwar könne er keinen finanziellen Beitrag leisten, will für das Projekt aber werben. „Diese Idee“, so Moselewski, „ist einfach gut.“ Es verwirkliche an einer Stelle ganz praktisch das Anliegen des Klimaengagements der evangelischen Kirche.
In Zeiten von Hartz IV und der geringen Handlungsfähigkeit des Staates gelte es, das diakonische Profil der evangelischen Kirche zu stärken. Eine Möglichkeit sei eine qualifizierte und verlässliche unabhängige Sozialberatung, die an das KIEZ angebunden werden könne. Pfarrer Volker Jeck regte in der Diskussion an, dafür Diakoniemittel und Diakonierücklagen zur Verfügung zu stellen.
Bei Nachwahlen wählte die Synode Pfarrer Jörg Rudolph und Annelie Haase in den Kreissynodalvorstand. Als Scriba wählte die Synode Pfarrerin Claudia Reifenberger. Zur theologischen Abgeordneten für die Landessynode wurde Pfarrerin Friederike Scholz-Druba gewählt.
Kirchen sind die größten Bildungsträger

- Bildung, das kirchliche Umweltmanagement „Grüner Hahn“ und die Konzeption des Kirchenkreises waren wichtige Themen der Kreissynode.
Synode des Kirchenkreises Dortmund-Mitte-Nordost beschäftigte sich mit „Bildung“
„Kirche ist ohne Bildung nicht möglich!” Diese These vertrat Superintendent Paul-Gerhard Stamm auf der Synode des Kirchenkreises Dortmund-Mitte-Nordost am 14. Juni in Asseln. „Ob nun über Apfelsorten, über Helmut Gollwitzer oder die Bekenntnissynode von Barmen gesprochen wird: in vielen Gemeindekreisen findet Bildung statt”, erklärte er dem „Parlament” des Kirchenkreises.
Anlässlich des 450. Todesjahres des Professors und Weggefährten Luthers, Philipp Melanchthon, hat die Evangelische Kirche in Deutschland Bildung als Schwerpunktthema ausgerufen. Bis zur Reformation sei Bildung ein Privileg der Elite gewesen. Erst mit Luther wurde sie demokratisiert, äußerte Professor Hans Martin Lübking während der Kreissynode. Noch immer seien evangelische und katholische Kirche gemeinsam die größten Bildungsträger Deutschlands.
Mit Kindertageseinrichtungen und der Mitgestaltung in öffentlichen Schulen durch den Religionsunterricht prägten sie die Gesellschaft. Sie vermittelten das christliche Menschenbild auf breiter Ebene. Nicht hinzunehmen sei, dass in Deutschland nach wie vor die soziale Herkunft über die Bildungschancen entscheide.
Dafür, dass die „religiöse Bildung” an Schulen erhalten bleibt, sprach sich Andrea Auras-Reiffen aus, Bezirksbeauftragte für den Religionsunterricht an Berufskollegs. „Der Unterricht darf nicht den ökonomischen Zwängen weichen!“
Kinder und Jugendliche stünden bei der evangelischen Kirche in Dortmund im Fokus, betonte Superintendent Stamm. Angebote wie Sprachtherapie, musikalische Früherziehung und sogar Familiengottesdienste würden auch von nichtchristlichen Menschen dankbar angenommen. „Viele muslimische Eltern schätzen es, dass Kinder religiöse Riten erleben.” Am interreligiösen Dialog führe kein Weg vorbei. „Von 74 Schülerinnen und Schülern, die neu eingeschult wurden, hatten nur vier einen christlichen Hintergrund”, berichteten Vertreter der Lydia-Kirchengemeinde in der Nordstadt.
Zudem startet am 1. August das Projekt „Jugendkirche“ in der Jakobuskirche Dortmund-Wambel.
Auch die Arbeit der Stadtkirchen St. Reinoldi und St. Petri sei zunehmend auf die Vermittlung christlicher und biblischer Grundinhalte ausgerichtet, da diese nicht mehr als selbstverständlich vorausgesetzt werden könnten.
Das vor zwei Jahren beschlossene Projekt zum kirchlichen Umweltmanagement, der „Grüne Hahn”, wird in diesem Sommer in der Gemeinde Asseln sowie im Gemeindezentrum Scharnhorst-Schalom abgeschlossen. Zertifizierungen belegen, dass die Gemeinden ihre Gebäude auf Umweltverträglichkeit und Energieverbrauch hin untersucht haben und Schritte zur Verbesserung der Energiewerte eingeleitet haben.
Weiter verabschiedete das Kirchenparlament eine Konzeption des Kirchenkreises. Sie bietet eine Bestandsaufnahme der aktuellen Arbeit mit inhaltlichen Schwerpunkten wie Kirchenmusik, Stadtkirchen- und Jugendarbeit. Bei einer gegebenenfalls künftig anstehenden Vereinigung der Kirchenkreise sollen diese erhalten bleiben.
Faire Metropole Ruhr

- Die „Magna Charta“ gegen Kinderarbeit haben Mitte Juni die Stadtoberen der 53 Städte und Gemeinden des Ruhrgebiets unterzeichnet.
Magna Charta gegen Kinderarbeit
Die Magna Charta, der „Große Freibrief“ aus dem Jahr 1215 räumte den englischen Bürgern grundlegende Freiheitsrechte ein. Die Magna Charta Ruhr.2010 verpflichtet die 53 Städten und Gemeinden der Europäischen Kulturhauptstadt Ruhr.2010, auf Produkte aus ausbeuterischer Kinderarbeit in ihrer Beschaffung zukünftig zu verzichten. In einer feierlichen Zeremonie haben die Stadtoberen am 12. Juni in Dortmund das Dokument unterzeichnet.
Im Europäischen Kulturhauptstadtjahr präsentiert sich das Ruhrgebiet als Modellregion. Engagierte aus kirchlichen Einrichungen und Weltläden, aus Agendabüro und Eine-Welt-Zentren haben sich zum Netzwerk Faire Kulturhauptstadt Ruhr.2010 zusammengeschlossen. Ihre Ziele: das Thema „Eine Welt“ soll auch ein Thema der Kulturhauptstadt werden, das Ruhrgebiet soll eine „faire Metropole“ werden, die in der öffentlichen Beschaffung Produkte aus ausbeuterischerr Kinderarbeit vermeidet und Produkte aus fairem Handel verwendet.
Angesichts des enormen Auftragsvolumens der beteiligten Kommunen kann die Veränderung ihrer Beschaffungspraxis einen wichtigen Schutz von Kindern weltweit vor Ausbeutung und gesundheitlichen Gefahren leisten. Nach Angaben der Vereinten Nationen und terre des hommes gehen weltweit über 250 Millionen Kinder unter 15 Jahren einer regelmäßigen Arbeit nach - das sind rund ein Viertel aller Kinder. Sie pflücken Baumwolle und Kaffee, knüpfen Teppiche, stellen Schmuck her oder drehen Zigaretten. In Marmor-, Sand- und Granitsteinbrüchen brechen sie Felsblöcke. Generell gilt, dass arbeitende Kinder zum Teil erheblichen gesundheitlichen Gefahren ausgesetzt sind, so im Bergbau oder beim Umgang mit Chemikalien. Sie erreichen oft das Erwachsenenalter nicht oder nur mit dauerhaften körperlichen Schäden. Einen Schulbesuch kennen sie nicht.
Nach der Unterzeichnung der Magna Charta gegen ausbeuterische Kinderarbeit werden die Kommunen jetzt ihre Selbstverpflichtung umsetzen.
Bildungsverantwortung und Partnerschaft mit Bolenge

- Die Synode des Kirchenkreises Süd tagte
am 9. Juni im Baroper Gemeindehaus.
Die Synode des Evangelischen Kirchenkreises Süd tagte
Freie Stellen sind eher selten. Doch genau das wird der evangelische Kirchenkreis Dortmund Süd in den nächsten zehn Jahren anbieten können. Insgesamt 13 Pfarrstellen werden dann frei, die wieder besetzt werden können. Das berichtete Klaus Wortmann, Superintendent des Kirchenkreises, auf der Kreissynode am Mittwoch, 9. Juni im Baroper Gemeindehaus. Mit Blick auf die zurück gehende Zahl von Berufsanfängern ergänzte er: „Die jungen Menschen, um die wir jetzt nicht erfolgreich werben können, fehlen den Gemeinden in der zweiten Hälfte der 20er Jahre.“
Inhaltlicher Schwerpunkt der Synode war das Thema „Kirchliche Bildungsverantwortung für lebenslanges Lernen.“ Pfarrer Michael Westerhoff betonte die Lernbereitschaft von jungen Menschen. Ihnen bei der Sinnsuche und bei der Bedeutung des Lernens für das Leben zu helfen, sei „auch ein theologisches Thema“. Das evangelische Verständnis von Bildung beinhalte Lernen und Wissen, Können und Wertebewusstsein. Es beziehe sich auf alle unterschiedlichen Lebensphasen. Tatsächlich ist die Evangelische Kirche eine der großen Bildungsanbieter in Dortmund. Alleine im Fachbereich Bildung und Begegnung, deren Leiter Westerhoff ist, sind mehr als 450 Mitarbeitende (fest angestellt, ehrenamtlich oder auf Honorabasis) engagiert. In den einzelnen Kirchengemeinden gibt es vielfältige Bildungsangebote. Superintendent Wortmann betonte die Notwendigkeit der religiösen Erziehung von getauften Kinder für den Bestand der Kirche. „Nur wer eine Vorstellung davon bekommen hat, dass der christliche Glaube eine Bedeutung für das eigene Leben haben kann, zeigt später eine größere Verbundenheit mit der Kirche.“
Mit der Diakonischen Altenheimhilfe Dortmund und Lünen gGmbh hat das Altenhilfezentrum Fritz-Heuner-Heim bereits seit Anfang des letzten Jahres einen neuen Träger. Anfangsschwierigkeiten beim Wechsel sind mittlerweile überwurden. Auch die zunächst schlechte Einstufung durch den Medizinischen Dienstes ist bei einer erneuten Überprüfung revidiert worden. „Unser Fritz-Heuner-Heim“, so Wortmann, ist weiterhin eine Einrichtung der Kirche in engem Kontakt zu den benachbarten Kirchengemeinden. Dies gewährleisten extra gebildete Regionalbeiräte.
Bereits ein viertel Jahrhundert alt ist die Partnerschaft mit dem Kirchenkreis Bolenge im Kongo. Geplant ist eine Jubiläumsveranstaltung. Zum Kreiskirchentag im September erwarten die Dortmunder eine siebenköpfige Delegation unter Leitung des Kirchenpräsidenten Bonanga und des Superintendenten Ngoy. Momentan erreichten den Kirchenkreis allerdings beunruhigende Neuigkeiten aus dem Kongo: „Jetzt steht der Krieg wieder vor unseren Dörfern. Viele sind schon eingenommen und verwüstet worden, und viele sind umgekommen wie Tiere und verwesen im Wald“, lauten Briefpassagen eines Diakoniemitarbeiters.
Nach zwei gescheiterten Versuchen, einen bzw. zwei Kirchenkreise für Dortmund und Lünen zu bilden, wird jetzt ein nächster Anlauf unternommen. Dabei soll eine Lösung in den Blick genommen werden, „die sich stärker als bisher an den pragmatischen Gegebenheiten und Erfordernissen unserer bisherigen Verbandsstruktur orientiert“, so Wortmann. Als erster Schritt dazu soll die Stadtkirchenarbeit sowohl in Dortmund als auch in Lünen gemeinsam finanziert werden. Ein weiterer Schritt ist, die Jugendarbeit der Jugendkontaktstellen ebenfalls auf gemeinsamer Ebene anzusiedeln. Wortmann ist zuversichtlich „bald genauere Ergebnisse vorlegen zu können.“
Die Kreissynode begrüßte das Vorhaben der Landeskirche, sowohl den Wiedereintritt in die Kirche als auch die „Gemeindegliedschaft in besonderen Fällen“ zu vereinfachen.
Der evangelische Kirchenkreis Dortmund Süd umfasst rund 60.000 Gemeindeglieder in acht Gemeinden mit 28 Gemeindepfarrstellen und acht Pfarrstellen im Entsendungsdienst.








