Diakonie und Kirche trauern um Rolf Scheer

Rolf Scheer, ehemaliger Geschäftsführer
des Diakonischen Werkes

Die Evangelische Kirche und das Diakonische Werk trauern um Rolf Scheer. Der ehemalige Geschäftsführer der Diakonie in Dortmund ist am 23. Dezember 2009 im Alter von 73 Jahren in Rendsburg gestorben.

Tief verwurzelt im christlichen Glauben und als überzeugter Protestant hat er in den verschiedenen beruflichen Lebensphasen die biblische Botschaft von der Gerechtigkeit und der Liebe zum Nächsten gelebt.

1936 in Dortmund geboren, lernte er nach dem Volksschulabschluss Bauschlosser und war in diesem Beruf bis Ende der 50er Jahre bei Rheinstahl Dortmund tätig. Ab 1954 engagierte er sich im Christlichen Verein Junger Menschen (CVJM) zunächst ehrenamtlich, 1959 hauptamtlich. Hier war er in Baden, Bremen, Karlsruhe und Dortmund u. a. Jugendsekretär, bevor er 1968 in das Jugendreferat der VKK wechselte. 1978 übernahm Scheer dort die Leitung des Sozialreferats. 1991 bis zu seinem Ruhestand 1996 war er Geschäftsführer des Diakonischen Werks Dortmund.

Rolf Scheer hat mit Geschick und dem guten Gefühl für das Mögliche als „Kirchenmann“ die Dortmunder Sozialpolitik mitgestaltet. Er konnte streiten, wenn es um die Sache der Menschen am Rande der Gesellschaft ging, und es ist ihm dabei viel Anerkennung und Respekt entgegen gebracht worden. Unter seiner Federführung wurde der  Arbeitskreis „Der behinderte Mensch“ und das Arbeitslosenzentrum Dortmund gegründet, dessen erster Vorsitzender er war. Es sollte „für Leute, die einen Rettungsanker suchen“ eingerichtet werden.

Für sein gesellschaftspolitisches Engagement wurde ihm 1994 die Auszeichnung „Eiserner Reinoldus“ verliehen. Eng verbunden mit unserer Stadt und dem Ruhrgebiet hat er sich stark dafür engagiert, den Deutschen Evangelischen Kirchentag 1991 ins Ruhrgebiet zu holen.
Noch mit Beginn seines Ruhestandes initiierte er die erste Dortmund Armutskonferenz im Oktober 1996 mit.

Sein Credo formulierte er in einem gemeinsam mit Heinrich Albertz und Bernt Engelmann unterzeichneten Flugblatt: „Massenarbeitslosigkeit ist neben der Umweltzerstörung, der Bedrohung des Friedens und der Diskriminierung der Frauen das größte Übel. Sie führt zur Spaltung unserer Gesellschaft.“

Dankbar denken wir an die Jahre zurück, in denen Rolf Scheer für die Evangelische Kirche und das Diakonische Werk in Dortmund gewirkt hat.

100 Jahre echte Liebe

Ökumenischer Gottesdienst zum BVB-Geburtstag

Anlass war das Heimspiel gegen den SC Freiburg, Grund der 100 Geburtstag des BVB. Alle Fans waren eingeladen zum ökumenischen Gottesdienst in die Dreifaltigkeitskirche an der Flurstraße. Der evangelische Sportpfarrer Dr. Albrecht Thiel und der katholische Kaplan Dr. Jochen Reidegeld haben in der Stammkirche des BVB den Jubiläumstag eröffnet. BVB-Präsident Dr. Reinhard Rauball mauerte Dokumente aus der Traditionsgeschichte in eine Stele der Kirche ein. Musikalisch wurde der Gottesdienst von dem Gospelchor „Canta-Strophe“ und „Le Duo“ gestaltet.

Ev. Bildungswerk stellt Halbjahresprogramm vor

Foto: Mitarbeitenden Ev. Bildungswerk Dortmund mit neuem Katalog
Das Team des Ev. Bildungswerks präsentiert das neue Programm für das erste Halbjahr 2010. Foto: Stephan Schütze

Das Evangelische Bildungswerk Dortmund präsentiert druckfrisch sein neues Programm für die erste Jahreshälfte 2010. Das erneut gewachsene Programmheft stellt übersichtlich ein breites Spektrum von Angeboten in den Bereichen Familien- und Erwachsenenbildung dar.

Ein besonderer Schwerpunkt liegt im Jahr der Kulturhauptstadt Ruhr 2010 auf kreativen Zugängen und Veranstaltungsformen.

Im Bereich der beruflichen Weiterbildung wurden die Angebote von Qualifizierungen für Mitarbeitende in der Offenen Ganztagsschule und in Tageseinrichtungen für Kinder ausgebaut.

Besonders wichtig ist dem Bildungswerk die Präsenz „vor Ort“ in den Gemeinden sowie die Unterstützung der ehrenamtlich Mitarbeitenden. So werden mehr Mobile-Gruppen für Eltern mit Kindern im ersten Lebensjahr an verschiedenen Orten im ganzen Stadtgebiet angeboten.

Um wichtige Grundsätze bei der Erziehung in den ersten drei Lebensjahren geht es bei dem Angebot „vertrauen - spielen - lernen“. Denn Kinder, die sich entwickeln, brauchen auch Eltern, die sich entwickeln.

Durch differenzierte Fortbildungsveranstaltungen für Presbyterinnen und Presbyter sollen diese für deren engagierte ehrenamtliche Arbeit in der Leitung von Kirchengemeinden weiter qualifiziert werden.

Für diejenigen schließlich, für die Bildung und Bewegung sich nicht ausschließen, könnte eine Pilgertour mit dem Fahrrad auf dem Pfaden von „Pilgern im Pott“ eine ideale Kombination sein.

Das Programmheft ist im Internet unter www.fachbereichbildung.de herunterzuladen, liegt im Reinoldinum oder im Reinoldiforum aus oder kann telefonisch unter 8494-401 bestellt werden. Alle Veranstaltungen können direkt im Internet gebucht werden.

Reisen und Begegnung für alle Generationen

Stolz und gut gelaunt präsentiert das FFD Team (von links Uli Liese, Ulrike Sander, Geschäftsführer Gerd Grzegorek und Angelika Peters) den neuen FFD-Sommerreisekatalog 2010.
Foto: VKK

Evangelischer Ferien- und Freizeitdienst stellt Sommerkatalog vor

Mit Studienfahrten in den sonnenreichen südlichen Teil Europas startet der Evangelische Reisedienst (FFD) ins neue Reisejahr 2010.

So beginnt  das Sommerprogramm gleich mit zwei Highlights über die Ostertage: Eine Flugreise  nach Zypern steht auf dem Programm und ein Kennenlerntrip auf die Vulkaninsel Ischia, der größten Insel im Golf von Neapel.

Im April erfüllt die „Andalusien-Tour“  mit  der kulturhistorisch  interessantesten Region Europas die Reisewünsche vieler Interessierter. Lange elf Reisetage (16. bis 27. April) sind Zeit, um die geschichtsträchtige und kulturreiche Gegend kennen zu lernen: Sevilla, Granada, Cordoba, Gibraltar und Ronda bilden  die Höhepunkte des Programms. Natürlich fehlen die zauberhaften weißen Dörfer und Malaga nicht.

Auch Busreisen in bekannte deutsche Badekurorte bietet der FFD. Beispielsweise Bad Kissingen oder auch das in der Nähe gelegene Bad Driburg oder Bad Salzuflen. Nicht zu vergessen sind Aufenthalte auf der Nordseeinsel Juist. Sie sind nur vier Fahrstunden von Dortmund gelegen.

Neu im Programm sind Kurz-, Städtereisen und Tagesfahrten.

In den Schulferien werden Kinderfreizeiten beispielsweise ins Seeferienheim Juist und zum Ponyhof Hilbeck angeboten.

Für junge Leute geht es in südliche Gefilde nach Korsika (ab 12 Jahre), zur Cote d`Azur (ab 14 Jahre) und auf die griechische Insel Korfu (ab 16 Jahre).

Alle Reisen haben das gemeinsame Angebot, in einer Gruppe organisiert zu reisen, eine christliche Gemeinschaft auf Zeit zu bilden und gesellig und fröhlich unterwegs zu sein.

Eine gute Qualität aller Reiseleistungen und die Absicherung der Reise-Risiken durch ein Versicherungspaket sind inklusive. Ausgebildete Reisebegleiter kümmern sich um die Gruppen. Ein Sammeltaxiservice zum Reisetreffpunkt ist eingerichtet. Weitere Informationen und Katalogbestellung unter (0231) 84 94 190, oder im Internet unter www.ffd-do.de.

Der Katalog zum Herunterladen als pdf_Datei: ffd_sommer_2010_web.pdf, Größe 3 MB.

Noch Mitstreiter gesucht

Die Jugendliche sind ohne ihre Eltern aus den Heimatlandern nach Deutschland geflüchtet. Beim Evangelischen Bildungswerk lernen sie die deutsche Sprache. Foto: Stephan Schütze

Ehrenamtliche helfen jugendlichen Flüchtlingen beim Deutsch lernen

Ehrenamtliche sucht das Evangelische Bildungswerk für die Unterstützung und Begleitung von minderjährigen jugendlichen Flüchtlingen. Der Hintergrund: Die 20 Jugendlichen, die in der Paul-Gerhardt-Gemeinde die deutsche Sprache erlernen, kommen aus Guinea, Nigeria, Irak und Tadschikistan. Sie sind ohne ihre Familien geflohen und leben teilweise erst seit einigen Wochen in Deutschland. Neben dem Deutschunterricht und der individuellen Förderung erhalten sie noch Mathematik- und Musikunterricht. „Nach dem erfolgreichen Absolvieren dieses Kurses können sie bei uns den Hauptschulabschluss oder die Fachoberschulreife nachholen“, sagt Ulrike Kilp-Aranmolate vom Evangelischen Bildungswerk. „Die Ausbildung dauert dann bis zu dreieinhalb Jahren.“

Für die individuelle Förderung der Jugendlichen, die noch bis August 2010 läuft, werden dringend ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gesucht. Sie sollten bereit sein, regelmäßig mit den jugendlichen Flüchtlingen zu arbeiten. Kilp-Aranmolate: „Das kann einmal oder mehrmals in der Woche oder auch täglich sein.“ Die individuelle Förderung findet täglich von 8.45 bis 10.15 Uhr sowie von 12.15 bis 13.45 Uhr im Paul-Gerhardt-Gemeindehaus, Ruhrallee 85, statt. Vorkenntnisse im Unterrichten sind nicht erforderlich. „Wer Spaß an der Arbeit in einer Gruppe hat und offen für den Umgang mit fremden Kulturen ist, ist uns herzlich willkommen.“

Mehr Informationen über die Möglichkeiten der ehrenamtlichen Mitarbeit gibt es telefonisch bei Ulrike Kilp-Aranmolate: 0231/8494-400 oder Beate Lange: 0231/8494-401.

www.fachbereichbildung.de

 

Benefiz-Shopping für spendobel

Bei der Übergabe der Spende im Kaufhaus Dustmann (v.l.): Hans-Jürgen Klems (spendobel), Heinz-Herbert Dustmann (Kaufhaus Dustmann), Andrea Wiesemann (spendobel) und Klaus Wortmann (spendobel und Lions Club Dortmund Hanse). Foto: Schütze

Kaufhaus Dustmann übergab 3.600 Euro an spendobel

Mit 3.600 Euro unterstützt das Hombrucher Kaufhaus Dustmann „spendobel“, das Dortmunder Spendenparlament. Die Summe kommt mehreren gemeinnützigen Projekten zugute, für die sich spendobel engagiert.

Das Besondere an der Spende: Sie ist Ergebnis eines exklusiven Shoppings des Lions Clubs Dortmund Hanse bei Dustmann. Ende November hatte Dustmann für die geladenen Gäste nach dem offiziellen Ladenschluss seine Pforten geöffnet. Das Kaufhaus stellt jetzt den Erlös des Benefiz-Einkaufens spendobel zur Verfügung. Die Sparkasse hat die Aktion unterstützt.

spendobel, gegründet 2001 auf Initiative der Evangelischen Kirche, ist eines von rund 20 Spendenparlamenten in Deutschland. Es will Spendenwilligen seriöse Spendenobjekte vorstellen. Die Spenden fließen zu hundert Prozent in die Projekte. Anteilige Personal- und Sachkosten trägt die Evangelische Kirche. In den vergangenen acht Jahren konnte spendobel eine halbe Million Euro für insgesamt 81 Projekte einwerben.

Im laufenden Jahr unterstützt spendobel das „Cookiemobil“, eine mobile Lernküche. Auch die ambulante Hospizarbeit, Hilfen für alleinerziehende Mütter, der Blinden- und Sehbehindertenverein sowie die Frauenberatungsstelle gehören mit zu den insgesamt zehn förderungswürdigen Projekten.
Weitere Informationen zu spendobel und die aktuellen Projektbeschreibungen gibt es unter www.spendobel.de.

Kindern den Glauben vermitteln

Hannelore Klusmann

Hannelore Klusmann feiert goldenes Kindergottesdienstjubiläum

Seit 50 Jahren ist die Lünerin Hannelore Klusmann im Kindergottesdienst aktiv – erst als Erzählerin und Initiatorin von Bibelwochen, heute als Vorstandsmitglied des Westfälischen Verbands für den Kindergottesdienst. Die 65-Jährige wurde jetzt für ihr Engagement ausgezeichnet. „Der Kindergottesdienst ist für sie eine Herzenssache“, lobte der Verbandsvorsitzende Volker Hostmeier.

Und tatsächlich ist Hannelore Klusmann mit Leib und Seele bei der Sache. „Gelernt“ hat die begeisterte Großmutter dreier Enkel in Hannover. „Man musste nach der Konfirmation eine halbes Jahr Probezeit im Kindergottesdienst absolvieren, bevor man eine eigene Gruppe bekam“, erinnert sie sich. „Heute sind wir schon froh, wenn wir überhaupt Kindergottesdiensthelferinnen und -helfer bekommen.“ Über Indonesien kam die Grundschullehrerin und Religionspädagogin mit ihrem Mann, einem Pfarrer, nach Lünen. Dort initiierte sie 1976 eine der ersten Kinderbibelwochen in der westfälischen Landeskirche.

„Über diese Schiene bin ich letztendlich dann auch in den Vorstand des Verbandes gekommen“, erinnert sie sich. Nun sorgt sie dafür, dass die Kasse stimmt und tut das nach Angaben der Vorstandsmitglieder mit viel Engagement, Akribie und dem nötigen Humor.

Und was reizt Hannelore Klusmann am Kindergottesdienst? „Das Erzählen. Die biblische Geschichte zu erzählen“, sagt die Laienpredigerin ohne groß nachzudenken. „Biblische Geschichten sind Geschichten aus dem Leben und aktuell wie eh und je.“ Dabei, so die 65-Jährige, dürfe man auch Tod und Versagen nicht ausklammern.

Hannelore Klusmann entwirft auch Materialien für den Kindergottesdienst und Kinderbibelwochen. Ihre drei Enkel müssen dann schon mal als „Opfer“, herhalten und neue Reihen ausprobieren. Viele Anregungen bekommt sie auch durch die Zusammenarbeit mit Kindergärten. Die 65-Jährige ist aus dem aktiven Kindergottesdienst-Geschehen ausgeschieden. „Man muss auch die Jüngeren ranlassen“, sagt sie. Doch auch in ihrer funktionalen Aufgabe ist sie dem Gottesdienst für die Kleinen einen große Hilfe. Denn sie nimmt diese Art der Verkündigung sehr ernst. „Kindern den Glauben zu vermitteln, das ist die Königsdisziplin.“

Lichtkünstlerische Interventionen

Im Kulturhauptstadtjahr wird die St. Reinoldi-Kirche ein "LichtKunstRaum". Foto: Stephan Schütze

Renommierte Künstler gestalten "LichtKunstRaum"

(epd) Zu einem besonderen Licht- und Klang-Kunsterlebnis lädt die evangelische Stadtkirche St. Reinoldi im Kulturhauptstadtjahr RUHR.2010 ein. Unter dem Motto "LichtKunstRaum sanktreinoldi" zeigten die international renommierten Künstler Angela Bulloch, Andreas Oldörp und Jun Yang in dem historischen Kirchenraum in der Dortmunder City ihre lichtkünstlerischen Interventionen. Die Arbeiten sind vom 14. Mai bis zum 27. Juni 2010 zu sehen. Anschließend werde der Lichtgestalter Stefan Hofmann ein Lichtkonzept entwickeln, dass die im Inneren der Kirche stattfindenden Veranstaltungen äußerlich mit Licht nachzeichnet.

Die in Kanada geborene Künstlerin Angela Bulloch wird zum Thema "Hochzeitskirche" im 104 Meter hohen Turm der Stadtkirche raumfüllende multidisziplinäre Installationen mit Licht, Ton, Text, Video und Objekten zeigen. Der Klangkünstler Andreas Oldörp plant mehrere Licht-Klang-Körper in Form von Glaszylindern mit Flammen im dreijochigen romanischen Sakralraum von St. Reinoldi. Der 1975 in China geborene Jun Yang beschäftigt sich in seiner Arbeit im gläsernen Anbau des Reinoldiforums mit Fragen der Migration und Identität.

Winfried Moselewski ist neuer Superintendent in Lünen

Pfr. Winfried Moselewski (l.) ist zum neuen Superintendenten des Kirchenkreises Lünen gewählt worden. Bis zur Amtseinführung am 23. Januar 2010 leitet Synodalassessor Horst Prenzel (r.) den Kirchenkreis. Foto: VKK

Synode des Kirchenkreises Lünen wählte

Pfarrer Winfried Moselewski ist neuer Superintendent des evangelischen Kirchenkreises Lünen. Mit 23 Stimmen haben die 40 Mitglieder der Kreissynode – dem Parlament der Evangelischen Kirche in Lünen –  am 30. Novmeber 2009 im Gemeindehaus St. Georg den 47jährigen Pfarrer der Gemeinde Lünen-Horstmar gewählt.  Der vom Nominierungsausschuss des Kirchenkreises ebenfalls als Kandidat vorgeschlagene Pfarrer Volker Jeck konnte 14 Stimmen auf sich vereinen.

Moselewski ist in Iserlohn geboren und hat in Münster und Heidelberg Theologie studiert. Nach seinem Vikariat im Dortmunder Westen war er in Lütgendortmund Pastor im Hilfsdienst. Seit 1993 ist er Pfarrer der Kirchengemeinde Lünen-Horstmar. Seit 2000 gehört er dem Kreissynodalvorstand an.

Moselewski freut sich darauf, den „kleinen aber feinen Lüner Kirchenkreis zu repräsentieren“. Obwohl, wie er der Synode zu Beginn seiner Bewerbungsrede gestand: „Einen Traumjob haben Sie heute Abend nicht zu vergeben.“ Er ist fest davon überzeugt, dass „in den Gemeinden noch viele  Schätze schlummern“, und möchte dabei helfen, sie zu bergen. Mit Blick auf die Diskussion um einen Zusammenschluss mit den drei Dortmunder Kirchenkreisen, ist er davon überzeugt, dass die beste Lösung „die Überführung des Verbandes der Vereinigten Kirchenkreise Dortmund mit seinen Kirchenkreisen und Gemeinden in einen großen Kirchenkreis Dortmund mit Lünen und Selm ist.“ Sollte sich eine solche Lösung nicht abzeichnen, könnten auch Gespräche mit dem Kirchenkreis Unna über die Möglichkeit einer Vereinigung geführt werden.

Moselewski ist Nachfolger von Jürgen Lembke, der am 1. Dezember in den Ruhestand geht. Lembke ist 1950 in Barth/Ostsee geboren und in Dortmund aufgewachsen. Seit 1977 war er Gemeindepfarrer in der Evangelischen Kirchengemeinde Preußen in Lünen und seit 1999 Superintendent des evangelischen Kirchenkreises Lünen. Im Sommer 2007 wurde er zum Vorstandsvorsitzenden der evangelischen Vereinigten Kirchenkreise Dortmund und Lünen gewählt.

Dass ein Nachfolger für ihn als Superintendent gewählt wurde, sieht Lembke als Zeichen, „dass wir vorhaben, die Kirche auch in Dortmund mitzugestalten.“

Einstimmig beschloss die Synode eine Erklärung zum Bleiberecht von Flüchtlingen. Hintergrund ist, dass ab nächstem Jahr nur noch langjährig geduldete Flüchtlinge eine Aufenthaltserlaubnis erhalten, wenn sie ihren eigenen Lebensunterhalt verdienen – was angesichts der aktuellen wirtschaftlichen Lage oft nicht möglich ist. Deshalb fordert die Synode eine Fristenverlängerung und eine angemessene Berücksichtigung humanitärer Gesichtspunkte. „Sie bittet die Bundesregierung, die Bundestagsabgeordneten und die Parteien in Lünen und Selm, in diesem Sinne tätig zu werden.

Leben hinter Mauern

Auf Einladung des Kirchenkreises DoMiNo und der Werkstatt Ökumene Eine Welt sprach die Deutsch-Palästinenserin Faten Mukarker (2.v.l.) über die Situation in Palästina. Foto: Stephan Schütze

Faten Mukarker berichtete über ihr Leben in Palästina

Wie lebt es sich in einem Land, in dem eine 100 Kilometer lange Fahrt zur Tagesreise wird? In dem 18-jährige Soldaten mit Waffen an Checkpoints darüber entscheiden, wer passieren darf und wer nicht? In dem alte Männer und hochschwangere Frauen von eben diesen Soldaten schikaniert werden? In einem Land, das willkürlich von Mauern durchzogen wurde?

Faten Mukarker wuchs in Deutschland auf und zog vor mehr als 30 Jahren nach Palästina. Im Rahmen eines Vortrags gab sie Einblicke in ihren Alltag und in die Geschichte ihres Volkes. Zu der Veranstaltung im Dezember 2009 hatte der Kirchenkreis Dortmund-Mitte-Nordost (DoMiNo) und die Werkstatt Ökumene/Eine Welt eingeladen.

Sie berichtete über einen Kreislauf aus Demütigungen, Hoffnungen und immer wieder Enttäuschungen. Dabei ist eines für sie unstrittig: „Sowohl Juden als auch Palästinenser haben Anspruch auf das Land.“ Doch das Gleichgewicht zwischen beiden ist ihrer Meinung nach seit langem gestört. Schon der Teilungsplan der UNO 1948 habe den Palästinensern den kleineren und unfruchtbaren Teil des Landes zugewiesen. Dennoch: „Es war ein großer Fehler, dem Plan nicht zuzustimmen.“ Mit dem Sechstagekrieg 1967 wurde die Vormachtstellung der Israelis endgültig besiegelt.

1987 dann begannen sich die Palästinenser zu wehren. „Intifada heißt abschütteln“, erklärte Mukarker. „Die Jungen warfen Steine, und die Soldaten schossen mit Gewehren auf sie.“ Die große Hoffnung auf einen gerechten Frieden in den 90er Jahren starb mit dem israelischen Ministerpräsidenten Jizchak Rabin, der von einem extremistischen Juden ermordet wurde.

Alle weiteren Regierungschefs in Israel hätten den Bau jüdischer Siedlungen im Westjordanland weiter vorangetrieben. Insbesondere jüdische Einwanderer aus Amerika und den GUS-Staaten siedelten auf palästinensischem Gebiet. Sie errichteten teils illegale Siedlungen auf dem Privateigentum von palästinensischen Bauern. Kämen diese dann mit ihrer Besitzurkunde, konterten die Siedler mit der Bibel und den Besitzansprüchen, die darin angeblich vor mehr als 2000 Jahren festgeschrieben worden seien. „Für was muss das Heilige Buch noch herhalten in diesem Heiligen Land?“, lautete Mukarkers sarkas­tischer Kommentar.

Alarmierend fand sie, dass ihre Tochter Monika eines Tages mit einer Patronenhülse nach Hause kam und ihrer Mutter erklärte, die Waffe habe „500 Kaliber“. „Was ist das für ein Land, in dem Kinder über so etwas Bescheid wissen?“ Ein weiteres Problem sei der ständige Wassermangel. Auf palästinensischer Seite reiche das Wasser kaum aus, um nach einem heißen Tag den Körper zu reinigen. In den jüdischen Siedlungen, nur einen Steinwurf entfernt, gebe es hingegen Rasensprenganlagen und Swimmingpools.

Mukarkers Fazit lautete: „Die Israelis schmeißen Raketen und halten sich dann etwas zugute auf ihre Demokratie.“ Sie habe allerdings in Deutschland gelernt: „Menschen zu töten gehört nicht zur Demokratie.“

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